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Gemeinde Marzling  |  E-Mail: info@marzling.de  |  Online: http://www.marzling.de

Erweiterung Flughafen München - Bau einer dritten Start- und Landebahn

Die Gesellschafter der Flughafen München GmbH (Freistaat Bayern, Bund und Stadt München) haben Ende Juli 2005 die Geschäftsführung der Flughafen München GmbH (kurz FMG) mit dem Planungsbeginn zur Errichtung einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen MUC beauftragt. Der Gesellschafterauftrag betrifft die Vorbereitungen zur Einleitung des Raumordnungsverfahrens, welches mit Beginn der Sommerferien 2006 bei der Regierung von Oberbayern beantragt wurde.
Plan der Erweiterung der Start- und Landebahnen

Die FMG hat das betroffene Umland über die Ausbaupläne unterrichtet und auf Vorschlag des ehemaligen Herrn Staatsministers Dr. Wiesheu wurde der so genannte Nachbarschaftsbeirat gegründet. Dem Nachbarschaftsbeirat gehören ca. 40 Vertreterinnen und Vertreter aus dem Flughafenumland an. Der Beirat kann und soll die planungsrechtlichen Verfahren nicht ersetzen, soll allerdings, nach Vorstellung der Hauptverantwortlichen, als Forum dienen, um die Auswirkungen auf das Umland so gering wie möglich zu halten. Derzeit wird intensiv über den Zweck und den Fortbestand des Nachbarschaftsbeirates diskutiert, da sich dieses Gremium in den zurückliegenden Sitzungen kaum bewährt hat und lediglich eine Feigenblattfunktion innehat.

 

Die Gemeinde Marzling hat sich vehement dafür ausgesprochen, dass der Beirat als konstruktives und ergebnisoffenes Dialogverfahren angesehen wird. Einer reinen "Alibiveranstaltung" wurde eine klare Absage erteilt. Die im Nachbarschaftsbeirat erreichten Ergebnisse müssen in evtl. weiteren Planungsschritten Berücksichtigung finden; nur so macht die gemeinsame Arbeit im Nachbarschaftsbeirat auch wirklich Sinn.

 

Den Ausbauplänen am Flughafen München hat die Gemeinde Marzling eine klare Absage erteilt, da für uns die Notwendigkeit einer weiteren Start- und Landebahn in keiner Weise schlüssig nachgewiesen wurde. Vielmehr hat die Gemeinde Marzling dazu aufgefordert, die Frage zu klären: "Wie viel Flughafen verträgt das Umland noch?"

 

Der Flughafen München entwickelt sich nach Aussagen der Geschäftsführung immer mehr zu einem Drehkreuz für Umsteiger aus aller Welt. Die Gemeinde Marzling bezweifelt, dass die damalige Genehmigung, als Ersatzflughafen für den Flughafen Riem, mit den nunmehr in der Realität vorherrschenden Tatsachen vereinbar ist. Derzeit werden am Flughafen München pro Jahr ca. 28 Mio. Passagiere und ca. 360.000 Starts und Landungen abgewickelt. Die von der FMG vorgelegten Prognosen und Gutachten gehen davon aus, dass im Jahre 2020 insgesamt ca. 55 Mio. Passagiere und 610.000 Starts und Landungen pro Jahr abgewickelt werden sollen. Wir sprechen hier von einer Verdoppelung des bisherigen Luftverkehrs. Die einschlägigen Gutachten lassen aber auch erkennen, dass im sog. "Prognosenullfall" (d.h. die 3. Startbahn wird nicht gebaut) ein Fluggastaufkommen von ca. 41 Mio. Passagieren abgewickelt wird. Das Fluggastaufkommen direkt aus dem Umland des MUC (originäres Fluggastaufkommen) wächst im Vergleich zwischen dem Prognosefall (3. Startbahn wird gebaut) und dem Prognosenullfall lediglich um knapp 1,3 Mio. Passagiere. Dies beweist deutlich, dass die Erweiterung des Flughafens nur wegen der Entwicklung zum internationalen Flughafendrehkreuz erforderlich wird. Die Gemeinde Marzling lehnt daher diese Entwicklungen vehement ab, da die Belastungen in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen für die Region stehen.

 

Die Gemeinde Marzling wird sich aber auch nicht damit zufrieden geben, dass die bereits heute bestehenden verkehrlichen Defizite abgebaut werden und dafür die "3.Start- und Landebahn" errichtet wird. Eine Trennung der Abhängigkeit von weiteren Verhandlungen bzgl. infrastruktureller Entwicklungen und der Errichtung einer 3. Start- und Landbahn wurde deshalb in einem Treffen der kommunalen Vertreter als Voraussetzung für weitere Verhandlungen gefordert. Es ist deutlich darauf hinzuweisen, dass die verkehrlichen Schwachpunkte bereits heute bestehen und eigentlich schon zur Inbetriebnahme des MUC zu beseitigen gewesen wären.

 

Das arrogante Auftreten der Staatsminister Prof. Dr. Faltlhauser, Dr. Beckstein und Huber trug sicherlich nicht zur Harmonisierung der Verhältnisse im Nachbarschaftsbeirat bei. Zudem war nach diesem Treffen klar, dass die politische Schiene nur durch massive qualitative und auch quantitative Proteste noch zum Umlenken zu bewegen sein wird. Als Vorsitzender der Gemeinde Marzling möchte ich Sie deshalb zum friedlichen Protest und zur Solidarität untereinander aufrufen. Wir dürfen uns auf keinen Fall gegeneinander ausspielen lassen!

 

Nähere Informationen zur Schutzgemeinschaft gibt es auch unter http://www.schutzgemeinschaft-muc.de/

 

Hier stehen auch Beitrittserklärungen zum Download bereit.

 

Wie lautete schon das Motto der vergangenen Fußball-WM: "Wir müssen was bewegen, sonst bewegt sich nichts"! In diesem Sinne hoffe ich auf Ihre Unterstützung und Solidarität im Kampf gegen dieses unsinnige Projekt.

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